Der DGB koordiniert gemeinsame Forderungen und Aktivitäten innerhalb der deutschen Gewerkschaftsbewegung. Sie vertritt die Mitgliedsgewerkschaften in Kontakt mit den Regierungsbehörden, den politischen Parteien und den Arbeitgeberverbänden. Der Dachverband ist jedoch nicht direkt an Tarifverhandlungen beteiligt und schließt keine Tarifverträge ab. Die IG Metall zieht regelmäßige Lohnerhöhungen strikt der VPS vor und lehnt jede Politik ab, die darauf abzielen, die Bedeutung der variablen Bezahlung im Verhältnis zu den Löhnen im Rahmen von Mehr-Arbeitgeber-Vereinbarungen zu erhöhen. Der AVR sieht in der Ausweitung der VPS im Rahmen von Tarifverträgen mit mehreren Arbeitgebern eine Voraussetzung für die Einleitung einer regulären Tarifrunde mit Ver.di. “Die Arbeitswelt ist im Wandel”, sagte Stefano Scarpetta, OECD-Direktor für Beschäftigung, Arbeit und Soziales, bei der Vorstellung des Berichts in Berlin. “Mehr denn je können Tarifverhandlungen, die auf gegenseitigem Vertrauen zwischen den Sozialpartnern beruhen und ein Gleichgewicht zwischen Inklusion und Flexibilität finden, Unternehmen und Arbeitnehmern helfen, auf den demografischen und technologischen Wandel zu reagieren und sich an die neue Arbeitswelt anzupassen.” Der OECD-Bericht ist sowohl eine Bestätigung als auch ein Ansporn zum Handeln”, sagte Björn Böhning, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales. “In vielen Punkten bestätigt es unser Bewusstsein dafür, wie sehr die deutschen Tarifverhandlungen unter Druck stehen und wie groß der politische Handlungsbedarf ist. Darüber hinaus ist der Bericht ein Anreiz für uns, konkrete Maßnahmen rasch umzusetzen, um die Tarifverhandlungen zu stärken. Mit unseren Vorschlägen für Tarifverhandlungen und für den Ausbau der Mitbestimmung der Unternehmen will das Ministerium dazu beitragen, die Bedeutung der Sozialpartnerschaft noch einmal zu erhöhen.

Auch in der neuen und sich verändernden Arbeitswelt – zum Beispiel in der Plattformwirtschaft – halten wir an diesem Mantra fest: “Wir wollen faire Wettbewerbsbedingungen, gute Arbeit und soziale Sicherheit für alle.” Daher deuten die oben vorgelegten Beweise darauf hin, dass die Höhe der variablen Vergütung zwischen den verschiedenen Gruppen von Arbeitnehmern sehr unterschiedlich ist. Diese Annahme steht im Einklang mit den Aussagen im Jahresbericht des WSI über Tarifverhandlungen (WSI-Tarifhandbuch 2007). DemBericht zufolge erhielten ungelernte und qualifizierte Arbeiter im Jahr 2005 deutlich geringere jährliche Zusatzzahlungen, die an Gewinnbeteiligungen und Boni (548 BZW. 1.131 EUR) gekoppelt waren, als es qualifizierte Angestellte (1.843)) und hochqualifizierte Fachkräfte (6.635 )€ waren.