Wie Tabelle 1 jedoch deutlich zeigt, ist die Zahl der von Tarifverhandlungen erfassten Betriebe in den einzelnen Industriesektoren sehr unterschiedlich. Weitere Faktoren, die die Tarifsicherung beeinflussen, sind die Größe des Betriebs, die Existenz eines Betriebsrats und der Standort des Betriebs. Ostdeutsche Betriebe fallen seltener unter einen Branchentarifvertrag. % der Unternehmen mit branchenspezifischem Tarifvertrag Arbeitgeberorganisationen spielen in einer Vielzahl von Bereichen eine entscheidende Rolle, wie Tarifverhandlungen, Entwicklungen in der Gesetzgebung und die Gestaltung der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Insbesondere die nationalen Spitzenarbeitgeberorganisationen gestalten ein breites Spektrum von Themen durch ihren direkten und indirekten Einfluss auf Beratungsprozesse auf nationaler und internationaler Ebene. Während sich die Rolle der Spitzenorganisationen in den letzten Jahren nicht wesentlich verändert hat, sind auf sektoraler Ebene neue Entwicklungen zu beobachten. Arbeitgeberorganisationen in bestimmten Sektoren haben sich bemüht, ihren Einfluss durch eine Neuordnung ihrer Strukturen zu verstärken. 1. Der Unternehmerverband Deutsches Handwerk, UDH.

Die UDH besteht aus 38 Gildenverbänden und 8 weiteren Berufsverbänden. Es sei darauf hingewiesen, dass die UDH eine Doppelmitgliedschaft im ZDH und BDA hat. In der ZDH-Struktur fungiert die UDH als Dachverband der genannten Verbände, die auch die Rolle der Arbeitgeberorganisationen bei tariflichen Tarifverhandlungen im Handwerk übernehmen. Obwohl ZDH/UDH nicht direkt an Tarifverhandlungen beteiligt sind, informieren sie ihre Mitglieder dennoch über Tariffragen und Entwicklungen, koordinieren ihre Interessen und initiieren den Erfahrungsaustausch. Es gibt Organisationen, die Arbeitgeber oder Unternehmer nach “nicht traditionellen” Linien vertreten, z. B. für türkische oder weibliche Unternehmer. Die meines Wissens sind jedoch als Handels- oder Wirtschaftsverbände zu betrachten. Der Verband Deutscher Unternehmerinnen (VdU) beispielsweise pflegt eine enge Zusammenarbeit mit BDA, BDI, DIHK.

Besondere Aufmerksamkeit sollte der Weiterentwicklung des Handwerks gelten, der im Gegensatz zu anderen Industriezweigen durch das Handwerks- und Handelsgesetzbuch geregelt ist. Dieses Dokument erlaubt die Mitgliedschaft eines Arbeitgebers in einer Landesinnung ohne verbindliche Verpflichtung zu Tarifverträgen des Vereins nicht. Mitglieder dieser Zünfte sind daher unabhängig von der Gewerkschaftsebene in ihrer Belegschaft automatisch tariflich versichert. Aufgrund rückläufiger Mitgliederzahlen entschieden sich die regionalen Innungen in der Kfz-Reparaturbranche, nach neuen Organisationsmustern zu suchen. Große Betriebe sind überwiegend durch Branchentarifverträge abgedeckt. Kleine Betriebe, die nicht unter Tarifverträge fallen, nutzen jedoch auch die bestehenden tariflichen Standards auf Branchenebene als Leitlinien für Lohnverhandlungen. Daher spielen nationale Spitzen- und sektorale Arbeitgeberorganisationen nach wie vor eine entscheidende Rolle in den Arbeitsbeziehungen. Wie bereits erwähnt, wurden mehrere Anpassungen der Organisationsmuster von Branchenverbänden oder Unterebenen von Arbeitgeberverbänden vorgenommen, um den Bedürfnissen der Mitglieder gerecht zu werden und den Einfluss der Arbeitgeberorganisationen zu verstärken. Zu diesen Anpassungen gehörten Fusionen und Disaffiliationen von Arbeitgeberorganisationen, die Einführung neuer Formen des Mitgliedschaftsstatus und die Einführung von Öffnungsklauseln in Tarifverträgen.

Der ZDH hingegen fungiert als Dachverband für das vielfältige Handwerk. Das Handwerk ist nicht als ein einziger Sektor in Bezug auf die NACE-Klassifikation zu betrachten.